Regionale Produkte in und rund um Rhein-Main

Am besten schmecken eigen erzeugte Lebensmittel. Im Frühjahr oder Herbst ausgesät oder vielleicht eine kleine Pflanze auf einem heimischen Markt gekauft, ohne Chemie groß werden lassen und dann ernten. Der Geschmack ist unvergleichlich. Und das Glücksgefühl auch. Ich jedenfalls habe noch nie einen Apfel aus Chile oder Südafrika gegessen, weil mir die heimischen reichen. Erdbeeren aus Spanien schmecken fast eher nach Folie und Chemie und über die Holland-Tomaten will ich gar nicht erst berichten.

Regionale Produkte Hühner und frische Eier

Wer einmal einen Hühnerstall mit wirklich glücklichen Hühnern gesehen hat, greift kaum wieder zur eingeschweißten Plastik-Box in Supermärkten, deren Tiere gerade einmal wenige Tage alt und unter unwürdigen Bedingungen gemästet werden. Hühner, die im Freien oder im Stall ausreißen, wenn man hineintritt um dann neugierig auf einen zuzukommen und um einen herum picken. Diese Eier haben eine völlig andere Farbe und sie schmecken einfach. Wie die Hühner auch.

Vor einiger Zeit habe ich mir Wild gekauft. Natürlich bei einem heimischen Wildzerlegebetrieb bzw. Förster. Was hat es mich gefreut, als er mir versicherte, kein Tier aus Treibjagd zu verarbeiten. Vom Hochstand einen Schuss. Die Herde der Rehe hätte gar nicht reagiert und das Wildschwein hoffentlich nichts gespürt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie solches Fleisch schmeckt.

Trotzdem möchte ich all die Betriebe mit Massenprodukten nicht verunglimpfen, sondern eher für die Region und ihre auch saisonalen Produkte werben. Ich finde es unglaublich, wie viele Lebensmittel um die Welt geflogen werden, um für billiges Geld bei uns auf den Markt zu kommen. Aus Belgien habe ich einmal gehört, dass die morgens gefangenen Krabben nach Marokko zum Puhlen geflogen werden und einige Stunden später wieder zurück sind. Ein Huhn auf den Tausenden Grills vor den Supermärkten wird für 3 Euro angeboten. Für diesen Preis bekommt man kein Tier und es verschlägt mir den Appetit, wenn ich die Angebote bei Discountern sehe.

Hier möchte ich Werbung für regionale Produkte machen. Regional einkaufen und sich darauf verlassen können, dass die Produkte wirklich heimisch sind. Der Klimawandel wird seit Jahrzehnten dargestellt, nicht erst seit Greta Thunberg aus Schweden. Schon Ende der 60er Jahre hatte ein besonderer Club (Club of Rome) auf die ökologische Katastrophe hingewiesen oder noch viel früher Eingeborene in anderen Regionen dieser Welt. Besinnung tut gut.

 

Saisonale Produkte

Manches Obst und Gemüse kann man das ganze Jahr über regional kaufen, weil sie zwar nicht gerade geerntet werden, aber gut lagerungsfähig sind. Dazu gehören vor allem Kartoffeln, Äpfel und die ein oder andere Kohlsorte oder Möhren. Eier oder Milchprodukte wie frischen Käse oder Butter gibt es das ganze Jahr über und bei Fleisch und Fisch liegt es an Fang- oder Jagd-Zeiten, wobei letztere meist tiefgekühlt angeboten werden.

 

Erdbeeren und Spargel im Frühjahr

Wer kennt sie nicht, die zahlreichen kleinen Stände an den Straßen mit der dicken Erdbeere oder dem Spargel-Banner in unserer Region. Natürlich hat der Spargel im Frühjahr etwa ab April Hauptsaison und darf immer bis zum 24. Juni, bis zum Johannistag nach alter Tradition, gestochen werden. Und gleich darauf kommen die Erdbeeren. Und die kann man nicht nur auf eine Torte legen, sondern auch gleich mit frischer Sahne verzehren. Manche machen Marmelade draus oder manch´ köstliche Getränke.

Regionale Produkte zum Beispiel Erdbeeren

Bild: Petra Volmich

Wer im Winter schon ausgesät hat, wird jetzt bestimmt schon unruhig. Denn die ersten Blüten oder Ansätze von eigenen Früchten oder Gemüse zeigen sich schon. Bald fängt wie wahre Explosion der Natur an.    

 

Obst und Gemüse-Explosion im Sommer

Ab Juni explodiert die Natur und die vielen schönen Blüten vom Frühjahr an den Bäumen lassen Schmackhaftes vermuten. Fast alle Obstsorten gedeihen jetzt und den Anfang im Juni machen oft die Kirschen oder zahlreiche Beeren wie Heidelbeere, Johannisbeere, Stachelbeere oder Himbeeren dicht gefolgt von Brombeeren ab Juli bis hin zu Birnen, Mirabellen und Pflaumen oder Zwetschgen in den August hinein. Warum denke ich gerade an einen Rumtopf im nächsten Jahr beim Schreiben?

Ab Juni und Juli wachsen auch die Gurken und Zucchini und um ehrlich zu sein, ich mag die krummen Dinger fernab von irgendwelchen Regularien. Oder all die Salate. Kopfsalat, Endivien, Eichbergsalat oder neudeutsch Lollo oder Rosso bis hin zum eher italienischen Rucola. Beim Kopfsalat mag ich ja am Liebsten das Gelbe in der Mitte. Am liebsten mit Radieschen, Zwiebeln und frischen Möhren angereichert. Fehlt eigentlich nur noch heimisches Olivenöl und frisches Brot. Aber dazu später.

Ich bin absoluter Tomatenfan. In allen möglichen Facetten und Formen. Und die Tomate kommt nicht etwa aus Italien, sondern aus Mittel- und Südamerika und wurde dort vor vielen Jahrhunderten als „Nahuatl“ bezeichnet, wie ich recherchiert habe. Über einige Umwege aber gelangte sie doch nach Europa und wurde laut Wikipedia-Autoren in Italien zum ersten Mal in Europa erwähnt. Was ein Glück für die Menschheit.

Regionale Produkte wie Tomaten aus eigener Erzeugung

Bild: Pixabay von kie-ker

Im Spätsommer findet natürlich in unserer Region die Weinlese an. Trauben und Federweisser werden angeboten und dazu oft ein herzhafter Zwiebelkuchen oder Flammkuchen. Wer einmal in einem Ort in Rheinhessen oder im Rheingau während der Weinlese war oder diese selbst einmal miterlebt hat, wird diesen köstlichen Geruch nicht mehr aus der Nase bekommen.

 

Herbst … Kürbisse, Kohl, Pilze und Wild 

Kürbisse sind nicht nur für Halloween gedacht, sondern schmecken in allen möglichen Varianten. Und die japanische Variante „Hokkaido“ kann man sogar mit Schale kochen, die auch in unserer Region angebaut wird. Aber auch der Kohl kommt langsam zur Hoch-Zeit in nahezu allen Varianten, der sich ja auch bei den niedrigeren Temperaturen bestens draußen lagern lässt.

Regionale Lebensmittel wie Kürbisse

Als Kind erinnere ich mich immer an die Ausflüge mit den Eltern in den nahe gelegenen Taunus, mit dem herrlichen alten roten Schienenbus. Es ging zum Pilze-Sammeln. Das Suchen hat mehr Spaß gemacht, als das Essen nachher. Heute würde ich es mir nicht mehr zutrauen, Pilze zu sammeln.

Aber auch Wild ist jetzt frisch zu erhalten. Ich mag Treibjagden nicht oder den sogenannten Spaß drum herum, den ich ein einziges Mal als „Event“ miterleben „musste“. Wenn aber Wild aus einem Hochstand geschossen wird, habe ich nichts dagegen. Es ist uralte Kultur und die Tiere haben frei gelebt. Außerdem schmecken sie fantastisch und der Mensch braucht nun mal eben Eiweiß-Stoffe und keinen Plastik-Tofu oder manch künstlich erzeugte Produkte. Trotzdem akzeptiere ich jeden und jede, die sich ausschließlich vegetarisch oder auch vegan ernähren.

 

Winter, Weihnachten und Gänsebraten

Wer denkt im Winter nicht an Weihnachten und Schnee und Gänsebraten. Ich denke auch an Kohl und besondere Salate. Viele Kohl-Sorten gedeihen ab Herbst und sind auch im Winter bis ins Frühjahr frisch zu erhalten. Und eine besondere Leckerei ist der frische Feldsalat mit den riesigen Blättern und nicht aus der Plastik-Box, an dem noch die Erde klebt.

Und eine Anmerkung zum Gänsebraten. Ich habe mal in Spanien gelebt und dort kannte man das Tier kaum. Es wäre doch viel zu edel zum Essen. Ente ja, Gans nein. Und in der Tat ist die Gans ein sehr edles Tier und nicht erst seit römischer Zeit als Wächterin bekannt. Niemals werde ich ein solches Tier aus billiger osteuropäischer Zucht mehr essen, womöglich noch mit dieser grausamen Lebendrupf der Federn für all die billigen Daunen-Matratzen. Bitte schaut in Eurer Umgebung, wo es Gänse aus heimischer Produktion gibt. Sie sind zwar deutlich teurer, aber das sollte es euch mindestens wert sein, wenn ihr ein solch edles Tier verspeist.

 

Hier findet Ihr bald auf den weiteren Seiten eine Auswahl an regionalen Produkten, Anbietern oder Hofläden. Bitte informiert Euch vor Ort, wie die Produkte hergestellt werden. Eine besondere Beziehung zum Erzeuger macht ein Produkt erst richtig schmackhaft.

Guten Appetit wünscht Euch FREZETTI

Eurer Joerg Schwebel

 

FREZETTI steht für Freizeit-Tipps rund um Rhein Main und listet über 3.000 Ausflugsziele auf dem Hauptportal (Text wegklicken) in der Region mit vielen individuellen Suchkriterien. Tipps gibt es auch auf Twitter und Facebook. Angaben immer ohne Gewähr.

Text / Bilder, falls nicht anders erwähnt: FREZETTI